Heutiger Tag  
S.V. Blau-Weiß Dörpen - Volleyball Chronik
Besucherstatistik: Online: 3 Heute: 49 Gesamt: 751
Suche:  
 
Volleyball Chronik
 
 
Die Chronik der Volleyballabteilung
Am 27. Oktober 1976 wurde im Vereinslokal Westhus die Volleyball-Abteilung des S. V. Blau-Weiß Dörpen e. V. unter dem Vorsitzenden Heinrich Grüter ins Leben gerufen. Die Abteilung verstand (und versteht) sich als eine Einrichtung, insbesondere weiblichen Anhängern ein sportliches Angebot zu unterbreiten.

Obwohl die Großraumhalle erst 1978 fertiggestellt werden konnte, nahm man ein Training unter erschwerten Bedingungen in der alten Sporthalle auf sich, um erste Grundkenntnisse in Technik und Taktik zu erwerben. Über die Einordnung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit war zunächst noch keine Aussage möglich, denn am Punktspielbetrieb sollte erst 1977/78 teilgenommen werden. Überraschend groß war jedoch von Beginn an der Zulauf und die Begeisterung in den Sportgruppen, bewußt und gezielt durch qualifizierte Übungsleiter (Sportlehrer/-innen mit Spielerfahrung) gelenkt.

In der Saison 1977/78 wurde die I. Damenmannschaft ungeschlagen Meister der Kreisliga. Auch die Schülerinnen wurden erstmals Kreismeister. Zum Trainerteam gehörten Jutta-Maria Grade, Annegret Schnieders und Anneliese Kruth.

1978/79 bekam der S. V. Blau-Weiß Dörpen e. V. die Zusage zur Austragung eines Volleyball-Länderspieles.

Erstmald stießen Spielerinnen anderer Vereine zu Blau-Weiß. Maria Kampa und Angriffs-As Heckenthaler, geb. Homilius, folgten ihrem Trainer und Abteilungsleiter von Lathen nach Dörpen. Susanne Hentschel kam als weitere Trainerin. Der Erfolg: Meisterschaft und Aufstieg für die I. Damen (44:0 Punkte); die II. Damen konnten Vizemeister werden und stiegen ebenfalls auf. Auch die I. Schülerinnen wurde mit nur einer Niederlage Meister. Als die Damen (Kreispokalsieger 1979) als erste Mannschaft des Emslandes sogar den Bezirkspokal gewann, stand der Abgang Karin Heckenthalers in die 2. Bundesliga bereits fest (Presse).

Über 100 aktive Mitlgieder zählte die Volleyball-Abteilung zur Jahreswende 1981/82. Diese Saison sollte eine der erfolgreichsten überhaut werden. Drei Frauenmannschaften und fünf Jugendmannschaften erzielten zum Teil herausragende Leistungen: die Zweite wurde Vizemeister in der Bezirksklasse, die Erste Zweiter in der Landesliga Niedersachsen West, A-, B-, C-, und D-Jugend Kreispokalsieger, C- und D-Jugend Dritte bei den Landesmeisterschaften und die D-Jugend gar Dritter bei den Norddeutschen Meisterschaften in Kiel.

Durch gute Leistungen und Erfolge mit den Jugendmannschaften machten einige junge Talente auf sich aufmerksam. Sie wurden zu Lehrgängen eingeladen und spielten schließlich in Landesauswahlmannschaften.

1983/84 sah Blau-Weiß mit vier Frauenmannschaften, vier Jugendmannschaften und - versuchsweise - mit einer Herrenmannschaft im Rennen, die nach kurzer Beteiligung am Wettkampfbetrieb wegen Personalmangels wieder einen Rückzieher machen mußte. Die intensive Jugendarbeit trug erste Früchte: mehr und mehr Spielerinnen entwuchsen dem Jugendbereich und konnten die Leistungsmannschaften zu folgenden Platzierungen führen: Erste Platz 4 Landesliga Niedersachsen, Zweite Platz 12 Bezirksliga Weser/Ems, Dritte Platz 12 Kreisliga Emsland, Vierte Platz 2 Kreisklasse Emsland Nord. Wie schon im Vorjahr dominierten alle vier Jugendmannschaften mit dem Gewinn des Kreispokals.

Aber nicht nur sportliche Erfolge standen im Rampenlicht: Blau-Weiß Dörpen war auch in Fachverbänden stark vertreten. Maria Kampa leitete die Staffeln Kreisliga und Kreisklasse Frauen Emsland als Staffelleiterin und Mitlgied des Spielausschusses. Susanne Hentschel leitete die Bezirksklasse. Werner Grade fungierte als 2. Vorsitzender des Kreisvolleyball-Verbandes Emsland und war als Staffelleiter der Landesliga Niedersachsen Mitglied im Spielausschuß des Niedersächsischen Volleyball-Verbandes. Ohne eine gut strukturierte Abteilungsführung waren die vielen Erfolge nicht möglich. Herta Groß (Schriftführerin), Ilse-Marie Busemann (Kassenwartin), Jutta Grade (Jugendwartin), Susanne Hentschel (Schiedrichterwartin), Maria Kampa (stellvertretende Abteilungsleiterin), Ursula Ulpts (Sozialwartin) und Elisabeth Wacker (Paßwartin) sorgten für einen reibngslosen organisatorischen Rahmen, der den Trainern Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben ließ. Gern erinnert man sich an die Hilfen von Jutta und Erwin Mielke, an den Kassierer Günther Sappelt sowie an die Hausmeister Jan Kappen und Bernd Kruth, der die Blau-Weißen an der elektronischen Anzeigetafel zumeist vorne sah. Organisatorisch gesehen erreichte erreichte das Volleyballteam Anfang der achtziger Jahre seine Blütezeit: viele Aufgaben ließen sich auf viele Schultern verteilen und blieben somit "sozial" verträglich.

Die Jahrewende 1984/85 brachte eine Wende in der Abteilung. Werner Grade wurde 1984/85 zum Vorsitzenden des Gesamtvereins Blau-Weiß gewählt und fand am 13. Mai 1985 in Gertrud Lüppen eine engagierte Nachfolgerin, natürlich ein Eigengewächs der Volleyballabteilung. Ohne Probleme leitete sie fortan die Geschicke der Abteilung und konnte zunächst die Mitgliederzahl sogar noch erhöhen. Als der damalige Trainer der I. und II. Mannschaft, Karl-Heinz Giebel, zurücktrat, waren beide Mannschaften ohne Trainer und Betreuer. In dieser schwierigen Phase, die zudem noch verletzungsbedingte Probleme brachte, ergriff Maria Kampa die Flucht nach vorne und wurde zu einer der dominierenden Persönlichkeiten. Als Trainerin der Ersten gelang das Kunststück. die Mannschaft über fünf Jahre lang trainieren und zu motivieren: angesichts der vielfach dünnen Personaldecke kein leichtes Unterfangen. Dennoch gelang 1987 als Tabellenzweiter der Aufstieg in die Niedersachenliga und 1989 gar der Sprung in die Oberliga Niedersachsen-Bremen.

Fortan gelang es nicht immer, aus den Kinderschuhen herausgewachsene Spielerinnen für eine Trainer- oder Betruertätigkeit zu gewinnen. Dennoch tauchten in der Chronik stets neue Namen auf: Petra Hinrichs trainierte die Dritte, Hermann Stricker wurde Schriftführer, Elke Dickmann und Marita Buß kümmerten sich um die Minis, Angela Eickens und Elfriede Eissing sprangen als Trainer ein, Andrea Poll und Ute Schmiemann trainerten B- bzw. D-Jugend. Besonders auch Anne Schnieders hatte seit Mitte der achtziger Jahre erheblichen Anteil am Leistungsniveau des Dörpener Volleyballs schlechthin. Mehrere Spielerinnen der von ihr betreuten 2. und 3. Mannschaft schafften nach und nach den Sprung ins "Topteam".

1988 sollte ein schwieriges Jahr in der Abteilungsgeschichte werden. Zunächst mußte Getrud Lüppen nach dreijähriger erfolgreicher Arbeit wegen Heirat und damit verbundenen Wohnungortswechsel die Abteilungsleitung abgeben. Da die Nachfolge nicht mit Sportlerinnen oder Sportlern des eigenen Nachwuchses zu lösen war, konnte Erwin Mielke - der Abteillung seit Jahren engstens verbunden- die Vakanz nicht lange ertragen und übernahm am 9. Mai 1988 das Kommando. Hatte bisland den sportlichen Werdegang seiner Tochter Anette auf Schritt und Tritt begleitet, so stellte er sich fortan dem organisatorischen Bereich der geamten Abteilung Volleyball. Kurz nach seiner Amtsübergabe erlitt die Abteilung einen tiefen Rückschlag: Jugendwartin Jutta Grade starb 37-jährig nach kurzer schwerer Erkrankung. Seit Abteilungsgründung hatte sie die Geschicke der Volleyballjugend 12 jahre lang gelenkt, unzählige Titel gewonnen und aktiv in der Ersten gespielt. Die ohnehin angespannte Betreuersituation forderte von Abteilungsleiter und Abteilung nun zusätzliche Anstrengungen: Anette Mielke, Hildegard Buss und Anne Schnieders nahmen sich der verwaisten Jugend an, während Maria Kampa das Kunststück fertigbrachte, die erste Mannschaft 1989 in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord zu führen. Diese Hürde erwes sich jedoch als eine Nummer zu hoch.

Seit Mitte der Achtziger sind Hobbygruppen regelmäßig auf dem Volleyballparkett zu finden, um ohne Leistungsdruck, aber mit oftmals hohem körperlichen Einsatz, sich an ihrem Lieblingssport zu erfreuen.

Die 1. Frauenmannschaft mit ihrer Trainerin Maria Kampa war die erfolgreichste in der Abteilungsgeschichte. In der Saison 1988/89 wurde der 4. Platz erreicht. Damit qualifizierten sich die Sportlerinnen für die Aufstiegsspiele in die Regionalliga.

In der Folgezeit stellte sich mehr und mehr Betreuermangel ein, der in einer technisch so schwierigen Sportart wie Volleyball nicht ohne Folgen bleiben kann. Trotz großer Kraftanstrengungen gelang es nicht das Niveau der achtziger Jahre zu halten. Somit fehlte dem Oberligateam der so wichtige Unterbau aus dem Jugendbereich. Einige Spielerinnen der Ersten spielten schon viele Jahre und verabschiedeten sich nun teilweise aus beruflichen oder privaten Gründen. Juha Rehakka unterstützte die Arbeit von Maria Kampa seit Anfang 1991 und trainierte das Oberligateam in den kommenden beiden Spieljahren mit gutem Erfolg bei gleichbleibend dünner Personaldecke. Zum Absclhuß der Saison reichte es noch einmal zu einem beachtenswerten achten Platz in der Oberliga Nord. Angela Eickens, Petra Mescher, Petra Mauer, Katrin Elixmann, Sandra Kuper, Astrid Hinrichs, Maria Schepers, Anette Mielke und Hildegard Buss stellten diesen schönen Erfolg sicher.

Das Großereignis der Saison 92/93 lag gleich am Saisonbeginn im August: Nach 1981 war Dörpen wieder einmal Ausrichter eines Länderspieles. Die deutschen Juniorinnen um Nachwuchstrainer Rudi Sonnenbichler traten am 8. August 1992 gegen die Niederlande an und setzten sich vor rund 200 Zuschauern mit 3:1 (15:11, 13:15, 15:12, 15:10) durch. Abteilungsleiter Erwin Mielke hatte mit seiner Tochter Anette, Hildegard Buss und weiteren Spierln der Oberligamannschaft die Hauptlast der Vorbereitungen getragen: mit 400 Plakaten sowie Schreiben an alle niederländische Klubs der Ems-Dollart-Region rührten sie die Werbetrommel und brachten sich mit einer gelungenen Veranstaltung positiv in die Schlagzeilen der hiesigen Medien.

Am Rande der Veranstaltung warb man jedoch noch einmal intensiv um Spielerinnen für Dörpens Erste. Der Hilferuf verhallte jedoch ungehört. "Nur ein Wunder kann uns noch helfen", hieß es, weil das Team um Juha Rehakka gerade noch über sechs Spielerinnen verfügte. So quälte sich das Team mit Mühe und Not durch die Saison und belegte am Ende den 12. Platz. Der freiwillige Abstieg in die Bezirksklasse war somit folgerichtig und gab neuen jungen Spielerinnen die Chance zur Bewährung. Doch ohne die inzwischen mit Jugendarbeit ausgelasteten Anette Mielke und Hildegard Buss standen die jungen Nachwuchsspielerinnen auf verlorenem Posten. Die Mannschaft blieb ohne Sieg und wurde nach dem Abstieg in die Kreisliga für die Saison 94/95 abgemeldet. Ein Neuaufbau mußte nun aus der Jugendarbeit folgen. [Quelle: Festschrift 60 Jahre BW Dörpen; Festschrift 75 Jahre BW Dörpen]